1.11 Konkrete Exoplaneten-Kandidaten
Quelle: Themenpool §1 — Exobiologie · ➕ Themenpool
Über die theoretischen Bedingungen hinaus gibt es reale, viel untersuchte Kandidaten für (potenziell) bewohnbare Welten — meist Gesteinsplaneten in der habitablen Zone kühler Sterne, die mit dem JWST genauer studiert werden:
| Kandidat | Was ihn besonders macht |
|---|---|
| TRAPPIST-1 (System) | Ein roter Zwerg mit sieben erdgroßen Gesteinsplaneten; davon liegen d / e / f / g ganz oder teilweise in der habitablen Zone. Wegen des kleinen, infrarot-hellen Sterns ist es das Vorzeigeziel für die Atmosphärensuche mit dem JWST. |
| K2-18b | Größerer Planet (Sub-Neptun) in der habitablen Zone eines roten Zwergs. Berühmt durch den umstrittenen Hinweis auf Dimethylsulfid (DMS) — einen möglichen [[themen/Astronomie und Exobiologie/1.5#Biomarker |
| LHS-1140b | Gesteins-/Wasserwelt in der habitablen Zone eines nahen roten Zwergs; einer der besten Kandidaten für eine Atmosphäre auf einem HZ-Gesteinsplaneten (erste Hinweise mit JWST). |
| LHS-475b | Erdgroßer Gesteinsplanet — der erste, dessen Existenz das JWST eigenständig bestätigte. |
| Proxima Centauri b | Nächstgelegener Exoplanet überhaupt, in der HZ eines roten Zwergs, vermutlich gebunden rotierend (siehe [[themen/Astronomie und Exobiologie/1.1#1.1 Exoplaneten — Definition und Bedeutung |
Auffällig: Viele Top-Kandidaten umkreisen rote Zwerge — weil diese häufig, langlebig und (wegen ihrer geringen Größe) für Transit- und Transmissionsmessungen besonders günstig sind (großes
✎ Zwei historische Meilensteine: Gamma Cephei b gilt als der erste (lange umstrittene) Hinweis auf einen Exoplaneten überhaupt — schon 1988 per Radialgeschwindigkeit vermutet, aber erst 2002 bestätigt (deshalb gebührt 51 Pegasi b von 1995 der Titel „erste gesicherte Entdeckung um einen sonnenähnlichen Stern"). Kepler-22b war 2011 der erste vom Kepler-Teleskop bestätigte Planet in der habitablen Zone eines sonnenähnlichen Sterns.
✎ Wie „bewohnbar" quantifizieren? — der SEPHI-Index. Da „in der habitablen Zone" allein zu grob ist, fasst der SEPHI (Standard Exoplanet Habitability Index) mehrere Faktoren (Masse/Radius, Oberflächentemperatur, Gesteins- vs. Gasnatur, Magnetfeld-Wahrscheinlichkeit) zu einer Kennzahl zwischen 0 und 1 zusammen — je näher an 1, desto erdähnlicher die Lebensfreundlichkeit. So lassen sich Kandidaten vergleichbar ranken statt nur „drin/draußen".